Bundesregierung boykottiert Gotthard-Tunnel.

… „viergleisige Ausbau Karlsruhe-Basel soll laut Bundesverkehrsministerium erst 2035, der Vollausbau sogar erst 2041 vollendet sein.“ Quelle: „Der Gotthard-Tunnel ist eine verkehrspolitische Großtat“ | Allianz pro Schiene, 31. Mai 2016.

Werbeanzeigen

Einwohnerzahl Köln 1670 bis 2035

s. S.10: 2010: Köln ist Millionenstadt, Amt für Stadtentwicklung und Statistik, ISSN 1869-0718.pdf

19. August 2035 – Tagblatt des Kantons Ostschweiz

Bundesrat bittet um Entschuldigung

Heute hat sich Herr Bundesrat Pierre Excusez bei der Generation Scheidungskinder entschuldigt. Die Feierlichkeiten fanden im erst vor einem Jahr erstellten ‚nouvelle stade de Suisse’ im bündnerischen Sedrun statt. Vor fast 120’000 zum Teil weinenden Menschen bat Bundesrat Pierre Excusez, selbst ein Scheidungskind, die Generation Scheidungskinder inkl. deren Väter um Vergebung für das entstandene Unrecht. Die Landesregierung musste eingestehen, dass schwere Fehler gemacht worden seien. Die Diskussion im Vorfeld dieses Schrittes war kurz. Anders als im Jahr 2010, als sich die Landesführung mit einer Entschuldigung an die administrativ Versorgten der 60er und 70er-Jahre gewandt hat, konnte die ‚Vereinigung Generation Scheidungskinder’ die Landesregierung innert Kürze vom Unrecht überzeugen, das ihnen damals angetan wurde. Obwohl damals, vor 24 Jahren, das Schweizer Volk höchstens die Köpfe schüttelte, als es erfuhr, dass noch bis in die 1970er Jahre Menschen administrativ versorgt, Kinder verdingt, Heimkinder misshandelt wurden und Kindswegnahmen geschahen, realisierte der damalige Bundesrat lange nicht, welches traurige Kapitel Schweizer Sozialgeschichte im Begriff war, geschrieben zu werden – dasjenige der Scheidungskinder. Erst die nur ein Jahr im EJPD amtierende Bundesrätin Simonetta Sommaruga brachte eine Wende. Heute schaut die Bevölkerung und vor allem die Generation Scheidungskinder auf den Scherbenhaufen der düsteren Jahre 2000 – 2014 zurück. Damals wurden anlässlich von Trennungen/Scheidungen jährlich ca. 20’000 Kinder ihren Vätern entrissen, entfremdet und praktisch ausschliesslich der Mutter ausgeliefert. Diese Kinder erlitten einen nicht wieder gut zu machenden seelischen Schaden und das nur, weil die Schweiz sich schwer tat, die gemeinsame elterliche Sorge – ein damals schon seit Jahrzehnten international anerkanntes Menschenrecht – als Regelfall einzuführen. Bereits im Jahr 2005 hätte in den eidgenössichen Räten eine Mehrheit ein neues Gesetz gutgeheissen. Nach zwei Vorgängern im Bundesrat, welche das Gesetz zur gemeinsamen elterlichen Sorge als Regelfall in den Schubladen verstauben liessen, konnte Bundesrätin Sommaruga im November des Jahres 2011 unter dem massiven Druck von Elternorganisationen endlich ein zeitgemässes Gesetz vorstellen. Die eidgenössichen Räte winkten das Gesetz schnell durch, nachdem es ihnen endlich vorgelegt wurde. Die Europäischen Nachbarn schauten mit hochgezogenen Augenbrauen auf die Machenschaften der sozialpolitisch unterentwickelten Schweiz und begrüssten mit Erleichterung die Einführung der zeitgemässen Gesetzgebung. 

Der Druck der ‚Vereinigung Generation Scheidungskinder’, der 345’000 Mitglieder angehören, war in den vergangenen Monaten gewichtig. Das damals angerichtete Unrecht wurde von Bundesrat und Parlament jedoch diskussionslos eingestanden, zu frappant waren die Fehler der dunklen Jahre anfangs des Jahrtausends. Die Kosten für die Wiedergutmachung belaufen sich auf 75 Milliarden Euro. Auch Bundesrat Excusez übt Kritik an der Verzögerung der damaligen Verantwortlichen. Zudem zeigt er aus eigener Erfahrung sein Unverständnis gegenüber dem Handeln der Verantwortlichen. Es war nämlich nicht nur die Exekutive der damaligen Zeit, welche ein derart wichtiges sozialpolitisches Thema verschleppte. Im Anschluss an die Einführung der gemeinsamen elterlichen Sorge als Regelfall taten sich viele in Traditionsresistenz verfallene Kindesschutzbehörden und Richtende (früher Richter/Richterinnen, Anm. der Red.) schwer, das neue Gesetz im Sinne der Gleichstellung von Mann und Frau und zur Stärkung der Kindsinteressen auch umzusetzen. Erst die wachsende Anzahl Mitglieder der im Jahr 2016 gegründeten ‚Vereinigung Generation Scheidungskinder’ konnte auch die teilweise ultrakonservativen Kindesschutzbehörden und Richtenden in früheren Ostschweizer Kantonen dazu bringen, das neue Gesetz korrekt und gerecht anzuwenden.

Ein weiterer dunkler Punkt bestand in der Tragik, dass vateramputierte Kinder, deren Vater zum Zeitpunkt der Einführung des neuen Gesetzes im Jahr 2014 bereits seit über fünf Jahren „entsorgt“ worden war, ihren Papi nicht zurück erhielten. Ein Kind, dem der Vater entzogen worden war, hatte wohl kaum Verständnis dafür, dass es seinen Papi nicht mehr zurückbekommt, nur weil der Vater schon vor über 5 Jahren „entsorgt“ wurde. Bundesrat Pierre Excusez – selbst von dieser absurden Regelung betroffen – kritisierte diese Regelung stark.

Heute herrscht allgemein Unfassbarkeit ob der damaligen brutalen Handlungweise der Politik und der in Scheidungsangelegenheiten involvierten Ämter sowie der damaligen Justiz. Dass bei einer Scheidungsrate von 50 % die Mutter für die Kinderbetreuung derart begünstigt wurde und Kindern die Väter entrissen und entfremdet wurde, stösst heutzutage auf krasses Unverständis. Aus heutiger Sicht ist es unglaublich, wie rückständig das Denken gewisser Leute der damaligen Zeit war. Es gab im Jahr 2012 in den Kindesschutzbehörden (zu der Zeit noch Vormundschaftsbehörden, Anm. der Red.) Menschen, die allen Ernstes behaupteten, Väter seien weniger für die Kindererziehung geeignet. Die heutige seit langem fundierte Erkenntnis, dass beide Elternteile die gleiche Erziehungsbefähigung haben, bestätigt den früheren Irrglauben. Nach der Einführung des neuen Gesetzes und nach der Entlassungswelle der sturen Behörden/Richtenden, die in unzähligen Anklagen wegen Verstoss gegen die Menschenrechte endeten, sank die Scheidungsrate landesweit markant. Kinder wurden anlässlich der verbleibenden Scheidungen zwar immer noch traumatisiert. Jedoch war ein Mami UND ein Papi für sie da, um sich weiterhin liebevoll um sie zu kümmern.

Frau Bundesrätin Sommaruga gilt heute als Pionierin in Sachen Kindsinteressen. Nach einem schlechten Start im Jahr 2011 engagierte sie sich schlussendlich für die Kinder und für geschiedene Väter. 

Die Milliarden, die der Schweizer Staat für die Wiedergutmachung heute ausgeben muss, hätten eingespart werden können, wenn der damalige Bundesrat früher, ohne Willkür und engagierter gearbeitet hätte. Die enormen Kosten für die Volkswirtschaft, die infolge von Gesundheitkosten (Depressionen bei Kindern und Vätern, Flucht in Suchtmittel, Suizidversuche, Familiendramen) aufliefen, wagt heute niemand mehr zu schätzen.

Patrick Baumann
Schulstrasse 14
CH-9323 Steinach
Diese eMail kann Info’s enthalten, die auch anderen nützen könnten; die Weitergabe ist deshalb von mir aus zulässig.
%d Bloggern gefällt das: